13. Juli 2014

|| Rezension || "Ein dunkler Sommer" von Thomas Nommensen


Ein kleines Mädchen. Entführt. Tot. 
Ein Familienvater. Verdächtigt. Verurteilt. 
Zehn Jahre später …

Es ist Hochsommer, als die neunjährige Ulrike entführt wird – und in ihrem Gefängnis umkommt. Schnell findet sich ein Verdächtiger: Zeugen wollen Jens Brückner mit dem Mädchen gesehen haben. Bis zuletzt beteuert er seine Unschuld. Vergeblich. 

Zehn Jahre später wird Brückner aus der Haft entlassen. Er hat alles verloren: Arbeit, Freunde, Familie. Kurz darauf wird der Hauptbelastungszeuge von damals ermordet. Anonyme Drohbriefe kursieren und Brückner ist plötzlich spurlos verschwunden. 

Ein Racheakt? Zu naheliegend, findet der ermittelnde Kommissar Arne Larsen. Und auch sein Vorgänger Gregor Harms, der sich noch immer die Schuld am Tod des Mädchens gibt, zweifelt inzwischen, ob er vor zehn Jahren den Richtigen hinter Gitter gebracht hat. 

Als schwere Unwetter Norddeutschland heimsuchen und wieder ein Kind verschwindet, scheinen sich die Ereignisse von damals auf unheilvolle Weise zu wiederholen. Doch diesmal vermag niemand zu sagen: Wer ist Opfer und wer Täter? 

+ Das Cover: 

Ich bin verliebt in dieses Cover. Das leuchtend gelbe Rapsfeld zusammen mit dem düsteren  Himmel ist für mich eine äußerst eindrucksvolle Kombination. Ich könnte es mir ewig anschauen und es gehört schon jetzt zu meinen Lieblingen dieses Jahr.

+ Der Einstieg: 

Alleine der Prolog hat mich auf der Stelle neugierig gemacht. Als Leser ist man direkt im Lesefluss drin und möchte wissen wie es anschließend weiter geht.

+ Die Story: 

Ein unschuldiges Mädchen, das entführt und kurze Zeit später tot aufgefunden wird. Ein Mann, der beschuldigt wird und zehn Jahre hinter Gitter muss. Ein unglaublich heißer Sommer in Schleswig Holstein. All das hat sich für mich unfassbar interessant angehört. Von der Kurzbeschreibung war ich sofort angefixt. Vor allem hatte ich das Gefühl, dass man genau von solchen Geschichten schon in den Nachrichten gehört hat. Dass genau solche schrecklichen Dinge bereits passiert sind und überall zu jederzeit passieren könnten.

+ Die Protagonisten:

Die Protagonisten sind wie aus dem Leben gegriffen, unheimlich authentisch. Man lernt einige sehr unterschiedliche Persönlichkeiten kennen und hat das Gefühl, dass es genauso auch Menschen aus dem eigenen Bekanntenkreis und der Nachbarschaft sein könnten. Besonders gefallen hat mir der junge Hauptkommissar Arne Larsen. Er hatte einfach was sehr reales und bodenständiges an sich. Während dem Lesen erfährt man auch einiges aus dem Privatleben der Protagonisten und erlebt, wie auch diese ihre Sorgen haben. 

+ Der Schreibstil:

Vor einem Jahr noch hätte ich es wahrscheinlich nicht für möglich gehalten, dass ich mal deutsche Krimis mögen könnte. Ich dachte immer, dass sie mir zu langweilig sind. Dass hier zu wenig passiert. Dass ich wenn dann einen blutrünstigen Psychothriller brauche, am besten aus der Feder eines amerikanischen Autors. Aber dieses Jahr habe ich dann doch eine gewisse Vorliebe dafür entwickelt und mag dieses Genre immer mehr.Vor allem Thomas Nommensen hat es nun geschafft, mein Herz zu gewinnen. Sein Schreibstil versprüht unheimlich viel Atmosphäre. Die schwüle Hitze kann man nahezu spüren und während dem Lesen fühlt man, wie sich diese immer mehr zu einem gewaltigen Gewitter zusammenbraut. Obwohl es kein blutrünstiger Psychothriller ist, ist ein stetiger Spannungsbogen vorhanden, der von Seite zu Seite immer mehr zunimmt und keine Sekunde lang nachlässt.


Ich bin begeistert. Ein dunkler Sommer zählt schon jetzt zu meinen Jahreshighlights und war für mich ein genialer Pageturner, den ich kaum aus der Hand legen konnte. Ich kann es jedem Krimi-Liebhaber nur wärmstens empfehlen und freue mich schon jetzt auf weitere Werke von Thomas Nommensen rundum den Hauptkommissar Arne Larsen. Ich will mehr davon! So schnell wie möglich!

Gestaltung: 5 | Idee: 5 | Charaktere: 5 | Schreibstil: 5 | Überraschungseffekt: 4


Titel: Ein dunkler Sommer
Autor: Thomas Nommensen
Verlag: Rowohlt
Genre: Kriminalroman
Erschienen im: Juni 2014
Seiten: 416
ISBN: 978-3-499-23442-2
Bewertung: 5 / 5
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Kommentare:

  1. Wow, wie schön! :) Da spürt man die Begeisterung, das ist cool!! Und deutsche Krimis haben auf jeden Fall gaaanz viel Potential, besonders wenn so ein Erzählttalent wie Thomas Nommensen dahinter sitzt. Die Stimmung war schon enorm gut eingefangen, das muss man erstmal können! Bin genau wie Du total gespannt auf das nächte Buch, auch wenn es bis dahin noch eine fies lange Wartezeit wird! ^^

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    1. Danke :) wenn ich ehrlich bin schreib ich solche Rezis auch am allerliebsten, wenn man richtig richtig begeistert ist von einem Buch macht es grad noch mehr Spaß und ich hoffe, dass noch ganz ganz viele andere zu diesem tollen Krimi greifen :)

      Das Erzähltalent von Nommensen ist wirklich unglaublich! Ich weiß nicht, ob man das schon nach einem Buch sagen kann, aber ich würde mal behaupten, dass er ganz viel Potential hat, einer meiner Lieblingsautoren zu werden!

      Weißt du schon wann der nächste Teil erscheinen soll?
      Wo wir schon dabei sind...wo bleibt dein Bericht zur Lesung? :D :)

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    2. Der zweite Teil wird wohl erst im Spätsommer/Herbst 2015 erscheinen... :( Sooo lange noch! Aber auf so ein Buch wartet man irgendwie gern! ;)

      Einen Bericht zu der Lesung werde ich wohl gar nicht mehr hinbekommen, ich hatte im Anschluss einfach keine Zeit gefunden, was mich sehr geärgert hat, aber irgendwie war so viel los und inzwischen ist es, wie mit den Rezensionen, einfach schon zu lange her, um noch einen sinnvollen Artikel dazu zu schreiben. Ärgert mich selbst total, aber ich hatte in den Wochen nach der Lesung keine Zeit und Ruhe für einen ausführlichen Bericht gehabt und da das Buch und der Autor und die Lesung so toll waren, wollte ich das wenn dann auch mit einem ansprechenden Post würdigen und nichts halbherziges hintippen. Das gemeinsam mit dem Zeitmangel hat aber nun leider zu keinem Bericht geführt... :(

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    3. Och soooo lange noch, das ist ja mies :/ aber da hast du natürlich recht, da ist die Vorfreude umso größer.

      Schade. Aber kann ich gut nachvollziehen und kenn ich nur zu gut bei Rezensionen. Je mehr Zeit dazwischen liegt desto schwerer ist es dann auch was ordentliches, gutes zu schreiben.

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