Kurzbeschreibung
Die Geschichte von »Der Junge im gestreiften Pyjama« ist schwer zu beschreiben. Normalerweise geben wir an dieser Stelle ein paar Hinweise auf den Inhalt, aber bei diesem Buch - so glauben wir - ist es besser, wenn man vorher nicht weiß, worum es geht. Wer zu lesen beginnt, begibt sich auf eine Reise mit einem neunjährigen Jungen namens Bruno. (Und doch ist es kein Buch für Neunjährige.) Früher oder später kommt er mit Bruno an einen Zaun. Zäune wie dieser existieren auf der ganzen Welt.
Meine Meinung
Schon mehrmals durfte ich in den Genuss des Schreibstils von John Boyne kommen. Für mich steht er als Autor ganz weit oben. Er geht mit schwierigen Themen sehr vorsichtig um. Und so war mir vorher bereits klar, dass er auch mit diesen unaussprechlichen und entsetzlichen Geschehnissen entsprechend umzugehen weiß. Ebenso war mir vor dem Lesen bewusst, dass es sich hierbei um keine leichte Lektüre handelt. Ganz im Gegenteil! Ich wusste, dass ich hier mit schrecklichen Situationen und Tatsachen konfrontiert werde, vor denen man die Augen nicht verschließen kann.
Im Mittelpunkt der Handlung steht der neunjährige Bruno. Dieser wird aus einem wohlsituierten Leben gerissen, weil der Vater zum Kommandanten befördert wird. Sein neues Zuhause befindet sich in Auschwitz.Vor allem der Ausblick aus seinem Zimmer, das gegenüber des Konzentrationslagers liegt, ist erschreckend und führt dazu, dass er anfängt Fragen zu stellen.
Durch Bruno erlebt man alles aus der Sicht eines Kindes, dessen Denkweise noch sehr naiv ist. Aber genau diese kindliche Unbefangenheit ermöglicht einen anderen Blick auf die damalige Zeit. Als Leser begleitet man Bruno, der mit seiner unbändigen Neugierde die Umgebung erkundet. Währenddessen trifft er auf einen gleichaltrigen Jungen, der sich allerdings auf der anderen Seite des Zaunes befindet.
Ich konnte meinen Blick nicht abwenden und habe dieses Buch an einem Abend gelesen. Ein paar Tage lang habe ich gezögert und war mir nicht sicher, ob ich eine Rezension dazu verfassen soll. Es gibt keine Wörter, die diese grauenerregenden Ereignisse beschreiben können. Auch was ich während des Lesens gefühlt habe und das Entsetzen, das sich zum Ende hin weiter steigert und immer größere Ausmaße annimmt, ist schlicht und einfach nicht in Worte zu fassen. Zu was Menschen fähig sind, ist mit dem normalen Verstand nicht zu erfassen. Es lässt einen sprachlos, nachdenklich und unfassbar traurig zurück!
Es ist eine Geschichte, die auf der einen Seite mit viel Feingefühl erzählt wird, auf der anderen Seite aber auch die schreckliche Wahrheit widerspiegelt und einen selbst dazu anregt Dinge zu hinterfragen!
weitere Meinungen zum Buch: Lesemomente | Serpensportia | Real Booklover
ISBN: 978-3-596-80683-6 | übersetzt von: Brigitte Jakobeit | Verlag: S.Fischer Verlage
Preis: € 7,95 | Format: Taschenbuch | Seitenzahl: 272

