27. Mai 2015

Rezension: Das Mädchenopfer von James Oswald


Kurzbeschreibung

In Edinburgh werden im Kellerraum eines alten Hauses die entsetzlich zugerichteten Gebeine eines jungen Mädchens entdeckt. Ringsum befinden sich sechs Wandnischen – darin sechs Schmuckstücke und die konservierten Organe des Opfers. Die Polizei misst dem Fall keine besondere Bedeutung bei, geschah der Mord doch vor mehr als 60 Jahren. Nur Detective Inspector Anthony McLean lässt das schreckliche Schicksal des Mädchens keine Ruhe. Bald stößt er auf eine Verbindung zu einer blutigen Mordserie, die seit Kurzem die Stadt erschüttert, und kommt auf die Spur einer unvorstellbar bösen Wahrheit ...

Meine Meinung

Wenn in einem Klappentext schon die Bezeichnung Detective oder ähnliche Begrifflichkeiten fallen, die auf viel Ermittlungsarbeit schließen lassen, bin ich mittlerweile etwas skeptisch. Zu oft habe ich es schon erlebt, dass trockene Ermittlungen die Spannung nach unten drücken. Trotzdem hatte ich hier immer noch die Hoffnung einen Pageturner in der Hand zu halten mit dem mir fesselnde Lesestunden garantiert sind.

Es fällt mir nicht leicht das zu sagen, aber leider ist das genaue Gegenteil eingetroffen und meine Skepsis wurde auf ganzer Linie bestätigt. Ich habe bisher noch nie einen Verriss geschrieben und werde dies höchstwahrscheinlich auch nie tun. Schließlich steckt in einem Buch unfassbar viel Arbeit und Herzblut. An diesem Thriller konnte ich persönlich jedoch nicht viele positive Seiten entdecken.

Ein guter Thriller lebt von mitreißenden Momenten und im besten Fall von einem Spannungsbogen, der sich deutlich nach oben bewegt. Genau das habe ich bei diesem Buch jedoch vergeblich gesucht. Zeitweise hatte ich das Gefühl, dass sich die Ermittlungen im Kreis drehen. Da zudem sehr unterschiedliche Fälle zusammenfließen habe ich den eigentlichen Fall, von dem im Klappentext die Rede ist, zwischendurch aus den Augen verloren. Einige Dinge wurden mehrmals erwähnt. Dabei waren sie im Grunde nicht wirklich von Bedeutung für die Story.

Geärgert habe ich mich hauptsächlich über das Ende. Ich war völlig fassungslos und habe mich gefragt, ob das jetzt ernsthaft die Auflösung sein soll. Diese wurde nicht nur sehr kurz gehalten, sondern hat auf mich außerdem sehr verworren gewirkt. Mir war wichtig, dass wenigstens das Ende auf irgendeine Art und Weise Sinn ergibt und logisch dargestellt wird. Aber hierzu fehlte mir absolut der Zugang.

Positiv war für mich lediglich der Hauptprotagonist McLean. Seine ruhige, angenehme Art und die Tatsache, dass er nicht locker lässt, waren mir sympathisch. Was ihn betrifft ist eindeutig Potential vorhanden. Dennoch werde ich es wohl dabei belassen und die Reihe nicht weiter verfolgen. Hierfür war der Unterhaltungswert in Sachen Spannung einfach zu gering. 


Preis: € 8,99 | Format: eBook | Seitenzahl: 480 (Printausgabe)
ISBN: 978-3-641-13153-1 | übersetzt von: Sigrun Zühlke | Verlag: Goldmann
Meine Bewertung: 2 von 5 Sterne | Will ich kaufen!
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Kommentare:

  1. Japp, so hab ich es auch empfunden. Zwar ist es bei mir eher im Mittelfeld gelandet und ich werde der Fortsetzung auf jeden Fall eine Chance geben, dennoch war ich enttäuscht - vor allem von dem Ende ... da soll der Autor lieber weiter so Fantasy-Storys schreiben, wo er so was einbringen kann :(

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    1. Wie ich an den anderen Rezensionen gesehen habe, ging es wohl allen so was das Ende betrifft. Mit sowas hat man aufgrund der ganzen Aufmachung einfach nicht gerechnet. Bin gespannt was du dann von Band 2 zu bereichten hast!

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    2. Kitty is ja ganz begeistert gewesen von Band 2 - daher werde ich wohl mal auf dem Bloggerportal nächsten Monat schauen, ob die es dort haben und dann berichten :)

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    3. War bei Band 1 das gleiche, deswegen wollte ich es lesen :D aber ich lass mal lieber die Finger davon und lass mir dann von dir berichten :)

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  2. Huhu,

    Ich habe es ähnlich empfunden. Obwohl mir die Geschichte an sich und die Ermittlungen eigentlich ganz gut gefallen haben. Aber dann so ein Ende nach 500 Seiten, nee.
    Aber ich wollte den 2. Band auch nochmal lesen, weil es da ja laut Klappentext, um die persönlich Vergangenheit von Anthony McLean geht. Da hoffe ich mal, dass da die Fantasyelemente aus bleiben und so fand ich ihn ja einen echt sympatischen Ermittler.

    Viele Grüße, Julia

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    1. Hallo Julia,

      für mich hat das Ende nur noch das Fass zum Überlaufen gebracht. Den Ermittler mochte ich ja, aber die Ermittlungen habe ich leider überhaupt nicht als spannend empfunden.

      Liebe Grüße
      Juliana

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