16. April 2015

Rezension: Die Falle von Melanie Raabe


Kurzbeschreibung

Die bekannte Romanautorin Linda Conrads, 38, ist ihren Fans und der Presse ein Rätsel. Seit gut elf Jahren hat sie keinen Fuß mehr über die Schwelle ihrer Villa am Starnberger See gesetzt. Trotz ihrer Probleme ist Linda höchst erfolgreich. Dass sie darüber hinaus eine schreckliche Erinnerung aus der Vergangenheit quält, wissen nur wenige. Vor vielen Jahren hat Linda ihre jüngere Schwester Anna in einem Blutbad vorgefunden – und den Mörder flüchten sehen. Das Gesicht des Mörders verfolgt sie bis in ihre Träume. Deshalb ist es ein ungeheurer Schock für sie, als sie genau dieses Gesicht eines Tages über ihren Fernseher flimmern sieht. Grund genug für Linda, einen perfiden Plan zu schmieden - sie wird den vermeintlichen Mörder in eine Falle locken. Doch was ist damals in der Tatnacht tatsächlich passiert?

Meine Meinung

Bevor ich zu diesem Buch gegriffen habe, war es um mich herum schon in aller Munde. Von vielen geschätzten Bloggern sind mir erste positive Rezensionen zugeflogen. Und auch der Autorin folge ich bereits via Social Media. Eine sehr sympathische Frau. Die Neugierde war also relativ schnell geweckt und ich wollte unbedingt herausfinden, was sich hinter diesem vielversprechenden Debütroman verbirgt.

Die Geschichte handelt in erster Linie von Linda, die seit Jahren um ihre Schwester trauert und die noch immer verzweifelt nach Antworten sucht. Ich muss zugeben, dass ich sie nicht gleich einschätzen konnte. Sie findet ihr Schwester in einer Blutlache. Hinzukommt, dass sie den Mörder quasi auf frischer Tat ertappt, dieser dann jedoch flieht. Seitdem schwebt die Frage nach dem Warum wie eine tiefschwarze Wolke über ihr. Es ist offensichtlich, wie traumatisch ein solch einschneidendes Erlebnis sein muss. Seitdem versucht sie mit diesem Verlust umzugehen und verliert dabei fast komplett den Kontakt zur Außenwelt. Nur wenige Personen schauen in regelmäßigen Abständen bei ihr vorbei.

Mehr als einmal habe ich mich gefragt, was Linda genau dazu bewogen hat, sich dermaßen zurückzuziehen. Vermutlich war es etwas, das sich ganz langsam eingeschlichen hat. Aus wenigen Tagen wurden Wochen. Und aus Wochen wurden Monate. Melanie Raabe beschreibt anfangs sehr genau, wie der Tagesablauf von Linda aussieht. Hierdurch wird man zunächst mit eher kleinen Schritten an das Leben von ihr herangeführt. Zwar hatte ich damit ein wenig Schwierigkeiten und habe zu Beginn ein bisschen die Spannung vermisst, denke nun im Nachhinein aber, dass der Einstieg wahrscheinlich doch genau richtig gewählt wurde.

Der Erzählstil von Melanie Raabe ist schlicht und an einigen Stellen etwas eigen. Dieser Eindruck entsteht vor allem durch Wiederholungen von kurzen Satzteilen. Gestört hat es den Lesefluss jedoch in keinster Weise. Mir ist ihre Art zu Schreiben auf jeden Fall sehr positiv in Erinnerung geblieben. Ebenso gibt es exakt zwei Stellen, die bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben. Zwei Stellen, die ich mir mehrmals durchlesen musste und die mir auch jetzt noch im Kopf herumschwirren.

Der Weg aus der Angst führt durch die Angst.
Seite 63

...Angst ist kein Grund, etwas nicht zu tun. Ganz im Gegenteil.  
Seite 283

Jeder Mensch wird von Zeit zu Zeit mit Ängsten konfrontiert. Bei manchen sind sie stärker ausgeprägt als bei anderen. Aber ich denke, dass es niemanden gibt, der noch nie vor irgendetwas oder wegen irgendetwas Angst hatte. Die Autorin hat hier meiner Ansicht nach die Wahrheit genau auf den Punkt gebracht. Sie spricht damit etwas aus, das man sich selbst vielleicht öfters bewusst machen sollte, weil man in solchen Situationen vor lauter Angst nicht mehr klar sehen kann.

Die Falle enthält nicht nur viele Spannungsmomente, sondern konfrontiert den Leser in erster Linie mit dem Thema Angst. Im nächsten Schritt beweist dieses Erstlingswerk aber auch, wie wichtig es ist, über sich selbst hinauszuwachsen und die eigenen Ängste währenddessen über Bord zu werfen.


Preis: € 19,99 | Format: Hardcover | Seitenzahl: 352
ISBN: 978-3-442-75491-5 | Bewertung: 5 Sterne | Will ich kaufen!
Vielen Dank an btb für das Rezensionsexemplar!


Kommentare:

  1. Hallo Juliana,

    eine sehr gelungene Rezension und auch ich habe bisher durchweg nur Gutes über das Buch gehört.
    Gerade die Thematik "Angst" und wie sie es beschreibt, macht mich sehr neugierig und da es schon seit der Vorschauen auf meiner WuLi steht, muss es bald gelesen werden :)

    Liebe Grüße,
    Uwe

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    1. Hallo Uwe,

      vielen vielen Dank für die netten Worte, da freue ich mich immer wieder sehr!
      Berichte unbedingt wie es dir gefallen hat!

      Liebe Grüße
      Juliana

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  2. Ich hatte auch fest damit gerechnet, dass es Dir gefallen wird! :) *orakel orakel* :D Der Schreibstil hatte wirklich Charme, das war sehr gut gemacht. Und bin unheimlich neugierig, was die Autorin nachlegen wird und wie sie sich noch so entwickelt!

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    1. Ha, da kennst du mich aber gut meine Liebe :D Charme trifft es sehr gut. Schön gesagt.Ich hoffe, dass wir nicht zu lange warten müssen!

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  3. Hallöchen liebste Juliana,
    ich freue mich wirklich riesig, dass dir das Buch auch so gut gefallen hat. :D
    Ich hatte echt ein bisschen Angst, dass alle total enttäuscht sein werden, weil ich die Erwartungen so hochgesetzt habe. Gut, dass dem nicht so ist.
    Ich fand den Schreibstil der Autorin auch einfach nur gut. Hach ja.. ich gerate ins Schwärmen.

    Liebst, Lotta

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    1. Hallo liebste Lotta,

      verstehe genau was du meinst :D aber du hast du schon richtig gelegen und das Buch konnte mich wirklich ziemlich gut unterhalten, langweilig wird einem da nicht.

      Liebste Grüße
      Juliana

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