3. November 2014

|| Rezension || "Hotline" von Jutta Maria Herrmann


Keine Polizei - never ever. So lautet die unumstößliche Maxime der Beichthotline. Aber was tun, wenn eine Anruferin ankündigt, ihr neugeborenes Kind lebendig zu vergraben? Ein schlechter Scherz, konstatiert Chris, Initiator der Hotline, als seine Freunde und Kollegen statt einer Kinderleiche eine lebensgroße Puppe auf dem Friedhof ausgraben. Dann meldet sich die mysteriöse Anruferin erneut und verkündet, dies sei erst der Anfang ...


Eine Beichthotline, bei der Menschen anonym anrufen können, um sich alles von der Seele zu reden. Eine Anruferin, die in Rätseln spricht und damit droht, ein Neugeborenes lebendig zu begraben. All das hat sich für mich sofort nach einer packenden Story angehört. Eine Story, die mir in dieser Form auf jeden Fall bisher noch nicht begegnet ist. Die Grundidee hat mich daher auf den ersten Blick schon mal überzeugt.

Auch der Schreibstil von Jutta Maria Herrmann hat mir von Beginn an gefallen. Die schlichte Erzählweise habe ich hier als sehr angemessen und eindrucksvoll empfunden. Als Leser lernt man die WG, bestehend aus Chris, Rick, Konrad und seiner Freundin Paula, kennen. Gemeinsam haben sie die Beichthotline ins Leben gerufen. Nach einem ersten Ansturm ist etwas Ruhe eingekehrt. Allerdings nur so lange, bis sich die ominöse Anruferin zu Wort meldet. Automatisch stellt man sich die Frage, wie man selbst in einer solchen Situation reagieren würde. Die Ankündigung auf gewisse Weise erst einmal „ignorieren“? Vor allem da die Beichthotline eben genau für diese Anonymität steht. Oder doch am besten sofort die Polizei informieren? 

Im weiteren Verlauf der Handlung spürt man deutlich, wie der Spannungsbogen immer mehr zunimmt. So habe ich zusammen mit den Protagonisten gerätselt, wer hinter den Anrufen steckt und natürlich vor allen Dingen auch was der Grund hierfür ist. In welchem Zusammenhang steht die Anruferin zu den Mitbewohnern der WG? Ist es Zufall, dass sie bei der Beichthotline angerufen hat oder hat einer der Mitbewohner etwas zu verbergen? Wie ihr seht gibt es so einige Fragen, die mich während des Lesens beschäftigt und nicht losgelassen haben.

Das Ende habe ich als sehr stimmig und gelungen empfunden. Offene Fragen wurden geklärt. Vor allem in Hinsicht auf den einleitenden Prolog wurde hier der Kreis gekonnt geschlossen. 


"Hotline" von Jutta Maria Herrmann konnte mich mit einer neuen Story und interessanten Charakteren überzeugen. Auch wenn es kein Psychothriller voller Nervenkitzel ist und man dann doch schon relativ früh errät worauf es grundsätzlich hinausläuft, fiebert man bis zum Schluss gespannt mit, sodass ich mich wunderbar unterhalten gefühlt habe. 

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Einstieg: 4 / 5 | Tempo: 4 / 5 | Ende: 5 / 5
Idee: 4 / 5 | Stil: 4 / 5 | Charaktere: 5 / 5
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Genre: Psychothriller | Format: Taschenbuch | Seitenanzahl: 336
Verlag: Knaur | Meine Bewertung: 4 / 5

Vielen Dank für das Rezensionsexemplar!


Kommentare:

  1. Buch, komm zu mir!!!!

    Ich möchte es suuuper gerne demnächst lesen ♥

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  2. Hey =)
    Na die Rezi klingt doch interessant. Ich werde das Buch mal im Auge behalten =)
    Vielen Dank für den Tipp =)
    LG Sunny <3

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  3. Ich sehe, wir sind uns da einig! :) Meine Rezension erscheint morgen und auch ich war einfach super glücklich, endlich mal etwas anderes zu lesen! Das ist dem Buch nämlich wirklich gut gelungen, mal von den gängigen Mustern abzuweichen und was eigenes zu erzählen.

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    1. *die Philly zu sich rüberzieh*
      Komm mich ma wieder besuchen!
      *schnurr straff zieh*

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    2. Philly da kann ich mich dir komplett anschließen, deine Rezi ist auch mal wieder super gelungen!

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    3. Danke! :) Und auch die von Kaisu bringt es super auf den Punkt, auch wenn wir unterschiedliche Gewichtungen bei den einzelen Kritikpunkten haben, war ich da total dabei. Oder ich bin "d'accord" wie es in "Catch Me If You Can" so schön hieß! *zu Kaisu rüberzwinker*

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  4. In Sachen Erzählweise stimm ich dir voll zu. Da gibt es nix/kaum was zu meckern.
    Aber das Miträtseln hat sich bei mir schnell in Luft aufgelöst, als ich wusste wer es ist (und das recht früh, sobald sie eigtl das erste mal genannt wird) und sich bei jedem Schritt der Verdacht verhärtete.
    Ich verlor dann rasch das Interesse, irgendwie :(

    Ich stelle fest: Ich lese zu viele Thriller!
    :D

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    1. Ja das stimmt wohl, man hat dann relativ schnell ne Vermutung gehabt, die sich nach und nach bestätigt. Manchmal wird einem dann schnell langweilig...war bei mir aber komischerweise trotzdem nicht so :)

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