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7. Februar 2015

{Rückblick} Januar 2015

Letztes Jahr habe ich es nicht immer ganz ernst genommen. Umso größer ist die Motivation, dieses Jahr jeden Monat festzuhalten, welche Bücher gelesen wurden und wie die jeweilige Bewertung ausgefallen ist. Ebenso möchte ich den Versuch starten, meine Neuzugänge möglichst vollständig aufzulisten. 

gelesene Bücher

Vergiss mein nicht | Kasie West | 4 Sterne | 344 Seiten
Wenn du dich traust | Kira Gembri | 4 Sterne | 293 Seiten
Beautiful Oblivion | Jamie McGuire | 4 Sterne | 416 Seiten
Ich fürchte mich nicht | Tahereh Mafi | 4 Sterne | 336 Seiten
Sorry | Zoran Drvenkar | 5 Sterne | 396 Seiten

Monatshighlight: Sorry von Zoran Drvenkar

Neuzugänge

Vergiss mein nicht | Kasie West
Die Mitternachtsrose | Lucinda Riley
Bleib mir treu | Kasie West
Mörderkind | Inge Löhnig
Tanz auf Glas | Ka Hancock
Das Beste, das mir nie passiert ist | Laura Tait & Jimmy Rice
Touched - Der Preis der Unsterblichkeit | Corrine Jackson
Beautiful Oblivion | Jamie McGuire
Lotusblut | Judith Winter
Kind 44 | Tom Rob Smith
Brennender Zorn | Claudia Frenzel

Zahlen & Fakten

insgesamt gelesen: 5 Bücher | 1785 Seiten
durchschnittliche Bewertung: 4,2 Sterne
neu im Regal: 11 Bücher
davon bereits gelesen: 2 Bücher
abgebrochen: Totenfrau von Bernhard Aichner

Verratet mir doch euer Monatshighlight im Januar! Vielleicht wird es dann direkt auf den Wunschzettel gepackt :)



4. Februar 2015

"Wenn du dich traust" von Kira Gembri | rezensiert

Format: TB | Seitenzahl: 316 | Preis: 9,95 € | ISBN: 978-1502457240 | Kaufen! | Meine Bewertung: 4/5

Klappentext

Lea ist zwanghaft ordentlich, fürchtet jede Veränderung und versucht ihren Alltag in ein Korsett aus Listen und Zahlen zu pressen. Jay dagegen lebt das Chaos, hangelt sich von einer Party zur nächsten und hat mit festen Beziehungen absolut nichts am Hut. Niemals würde er freiwillig mit einem Mädchen zusammenziehen - schon gar nicht mit einem, das ihn so gekonnt auf die Palme zu bringen versteht wie Lea. Sonnenklar, dass es zwischen den beiden heftig kracht, als sie aus der Not heraus eine WG gründen. Doch die Liebe lässt sich nicht berechnen ... 



Was mich an diesem Buch fasziniert hat, war vor allen Dingen die Thematik. Gelesen hatte ich bisher nichts über Zwangserkrankungen. Bisher habe ich lediglich in TV-Reportagen einen ersten Einblick in das Leben von Menschen bekommen, die darunter leiden. Kira Gembri verpackt dieses ernste Thema in einer jungen, schönen Liebesgeschichte. Diese Liebe entsteht aber nicht von heute auf morgen. Sie braucht Zeit und als Leser erlebt man wie sie langsam wächst. Wie die beiden Hauptprotagonisten sich näher kommen und dem anderen ihr Vertrauen schenken.

Mit der richtigen Brise Humor schafft es die Autorin dem Thema ein bisschen die Schärfe zu nehmen. Aber auch die authentischen Charaktere tragen ihren Teil dazu bei das Ganze aufzulockern. Insbesondere Jay und sein Kumpel Flocke konnten bei mir einige Sympathiepunkte einheimsen. Jay legt eine Unbeschwertheit an den Tag, die ich in manchen Situationen beneidet und in anderen als sehr leichtsinnig empfunden habe. Es zeigt aber auch deutlich, dass er das Leben genießen möchte und sich nicht so schnell unterkriegen lässt. Bei Flocke hat man das Gefühl, dass er zwischendurch etwas untergeht. Er scheint sich oft wie das fünfte Rad am Wagen zu fühlen. Aber er lässt sich davon nicht vertreiben und ist als Freund für Jay von unschätzbarem Wert.

Gut gefallen hat mir außerdem die Entwicklung von Lea und Jay. Als sie sich kennen lernen, wirkt ihr Verhältnis zueinander noch etwas unterkühlt. Jeder ist für sich in seiner Welt gefangen und trägt seine ganz eigenen Sorgen mit sich herum. Bei Lea ist es offensichtlich, um welche Sorgen es sich handelt. Ihr Kontrollzwang nimmt zunehmend überhand und verfolgt sie in allen möglichen Lebenssituationen. Welchen Kampf sie mit sich selbst austrägt war spürbar. Kira Gembri scheint ein feines Gespür dafür zu haben und hat die Ängste von Lea sehr realistisch beschrieben. Bei Jay ist es schon schwieriger hinter die Fassade zu schauen. Durch Lea fängt diese coole Fassade dann aber an zu bröckeln und ich fand es sehr interessant diese Verwandlung zu beobachten.

Einziger Kritikpunkt ist für mich die fehlende Bindung zu Lea. Obwohl ich Verständnis für ihre Ängste hatte und auf gewisse Weise mit ihr gefühlt habe, bin ich doch nicht so ganz warm geworden mit ihr. Irgendetwas hat mir da gefehlt und ich kann es gar nicht genau benennen. Bei manchen Figuren hat man das Gefühl, sie sofort ins Herz zu schließen. Bei anderen baut sich das nach und nach auf. Lea war mir zwar überhaupt nicht unsymapthisch, aber trotzdem habe ich sie anders wahrgenommen als beispielsweise Jay.

 Ich muss zugeben, dass ich bei Self-Publishern oft ein wenig kritisch  und manchmal vielleicht auch voreingenommen bin. Die Autorin hat mir hier jedoch gezeigt, dass es auch anders geht. Die Geschichte konnte mich positiv überraschen und Kira Gembri bleibt mir auf alle Fälle positiv im Kopf. In diesem Fall bin ich außerdem sehr froh, mir das Taschenbuch bestellt zu haben, statt mich mit dem eBook zufrieden zu geben, denn es ist definitiv eine Geschichte, die einen Platz im Regal verdient hat.



Idee | 5 Sterne
Gestaltung | 4 Sterne
Figuren | 4,5 Sterne
Stil | 4 Sterne
Tempo | 4,5 Sterne

Charakterstark. Echt. Lehrreich.