Sie sind beide Außenseiter, aber grundverschieden: Die pummelige Eleanor und der gut aussehende, aber zurückhaltende Park. Als er ihr im Schulbus den Platz neben sich frei macht, halten sie wenig voneinander. Park liest demonstrativ und Eleanor ist froh, ignoriert zu werden. In der Schule ist sie das Opfer übler Mobbing-Attacken und zu Hause hat sie mit vier Geschwistern und einem tyrannischen Stiefvater nur Ärger. Doch als sie beginnt, Parks Comics mitzulesen, entwickelt sich ein Dialog zwischen den beiden. Zögerlich tauschen sie Kassetten, Meinungen und Vorlieben aus. Dass sie sich ineinander verlieben, scheint unmöglich. Doch ihre Annäherung gehört zum Intensivsten, was man über die erste Liebe lesen kann.
Meine Meinung
Beide gehören nicht gerade zu den beliebtesten Jugendlichen in ihrem Umfeld. Aber vor allem Eleanor ist es, die große Schwierigkeiten hat, ihren Platz im Leben zu finden. Schuld daran ist zum einen ihre Familie, die es alles andere als leicht hat. Sie wohnt auf engstem Raum mit ihren jüngeren Geschwistern zusammen und leidet unter ihrem furchtbaren Stiefvater. In der Schule wird sie wegen ihres Aussehens gemobbt. Als Leser würde man in vielen Situationen am liebsten eingreifen und sich auf ihre Seite stellen. Park wird zwar nicht direkt ausgegrenzt, ist aber dennoch ein Typ, der auffällt. Er schert sich nicht um die aktuellsten Trends und geht seinen eigenen Weg.
Ich fand es wunderbar zu sehen, wie sich diese beiden Charaktere langsam annähern. Wie sie immer mehr die anfängliche Distanz ablegen und so eine Liebe entsteht, die nur schwer in Worte zu fassen ist. Das Vertrauen zwischen ihnen wächst von Tag zu Tag. Indem abwechselnd aus der Sicht von Eleanor und Park erzählt wird, erhält man einen besseren Einblick in die Geschehnisse. Hierdurch konnte ich die Gedankengänge von beiden Hauptprotagonisten besser nachvollziehen und mich in beide Perspektiven hineinversetzen.
Eleanor & Park ist ein Jugendroman, den ich in kürzester Zeit inhaliert und ins Herz geschlossen habe. Es handelt von der ersten großen Liebe, die alles andere in den Schatten stellt. Gleichzeitig zeigt Rainbow Rowell aber auch deutlich, wie schnell man Vorurteilen begegnet und wie Menschen oft viel zu schnell in Schubladen gesteckt werden. Und das nur, weil man nicht dem normalen Standard entspricht, nicht alles mitmacht oder eben nicht so aussieht wie alle anderen.
Bei diesem Buch fällt es mir überhaupt nicht schwer eine Empfehlung auszusprechen. Ich werde mich ganz sicher noch Jahre später daran zurückerinnern. Bei vielen Büchern vergisst man schnell die Details, das wird hier definitiv nicht der Fall sein. Eleanor und Park haben von jetzt an einen Fan mehr, das steht fest!
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